Angetippt heisst umgelegt — eine Änderung, drei Folgen
· spiel · gestaltung
Till: „wenn ich 3+6 würfele und die zwei antippe, gehen die auf einen ausgewählt-Modus und fallen erst um, wenn nochmal getippt wird — das brauchen wir nicht.“
Stimmt, und zwar aus zwei Gründen, die einzeln jeder für sich gereicht hätten:
Der zweite Griff sass an einer anderen Stelle des Bildes — auf den Würfeln, unten in der Wanne —, während der Blick bei den Klappen war. Und die gewählten Klappen liegen bereits vorn, nur golden. Vom Endzustand unterscheiden sie sich also nur durch die Farbe.
Das sieht nicht aus wie „das musst du noch bestätigen“. Das sieht aus wie ein Hänger.
Die neue Regel
Jede Auswahl fällt, sobald sie aufgeht. Kein Bestätigungstipp, danach sofort wieder würfeln.
Ein unvollständiger Zwischenstand — die 3 allein auf eine 9 — bleibt aufrecht und golden. Das ist keine Bestätigung, sondern die Frage „welche noch?“. Ein zweiter Tipp auf dieselbe Klappe nimmt sie zurück.
Die eine Bedingung, die bleiben musste
Bei „plus und minus“ sind mit 6 und 5 11 oder 1 erlaubt. Wer auf 1+10 = 11 zusteuert und zuerst die 1 antippt, hat damit schon eine gültige Auswahl: die 1 allein trifft die 1.
Fiele sie sofort, wären statt elf Punkten einer getilgt — ohne dass jemand einen Fehler gemacht hätte. Genau dieser Fehler war am Vortag schon einmal behoben worden. Ein blosses „gültig → fallen“ hätte ihn zurückgeholt.
Die Regel heisst darum:
fallen, sobald die Auswahl aufgeht UND nichts Grösseres mehr aus ihr werden kann (
KlappenRegeln.kann_groesser_werden)
Klassisch, mit genau einer Zielzahl, ist die Antwort per Konstruktion false —
dort fällt jede aufgehende Auswahl sofort, und darum ging es. Bei plus und
minus nimmt ein Tipp auf die Würfel die kleinere Zahl an.
Folge eins: der Tipp legte eine fertige Auswahl hin
hinweis() setzte _auswahl = _hinweis.duplicate(). Das war vorher harmlos:
eine Auswahl liegt eben da, bis jemand sie bestätigt.
Jetzt fällt überall sonst eine aufgehende Auswahl sofort — diese aber nicht, weil der Hinweis kein Zuklappen auslöst. Wer dann eine der grünen Klappen anfasste, hätte sie abgewählt statt sie umzulegen. Der Tipp hätte das Spiel in einen Zustand gebracht, den man nur durch Wegnehmen wieder verlässt.
Für die Anzeige war die Auswahl ohnehin überflüssig: Kasten3D.setze_klappen
prüft hinweis vor auswahl und färbt grün. Der Tipp legt jetzt gar keine
Auswahl mehr an — er zeigt, der Mensch tippt.
Das passt auch besser zu dem, was die Anleitung verspricht: „zeigt einen möglichen Zug, spielt ihn aber nicht“. Vorher spielte er ihn halb.
Folge zwei: die Zeile sagte das Falsche
Die Zeile unten hiess „3 · noch 9“ — die gewählte Klappe und die Zielzahl.
Solange der Zwischenstand die Ausnahme war, ging das. Jetzt ist er der Normalfall: jede unvollständige Auswahl bleibt stehen, jede vollständige ist sofort weg. Also sagt die Zeile jetzt, was fehlt, statt noch einmal, was das Ziel war:
3 · es fehlt 6
Bei mehreren Zielen gibt es keinen einen Fehlbetrag — dort bleibt die alte Zeile.
Folge drei: der Schlusszug
Wenn jede aufgehende Auswahl fällt, fällt auch die letzte. Der Sonderfall
ist_schlusszug(), der zwei Tage zuvor für den Siegmoment gebaut wurde, ist
damit kein Sonderfall mehr, sondern der allgemeine Fall — er hatte nur früher
recht.
Die Riegel
In tools/pruefe_ui.gd:
- 3+6 auf eine 9: die erste Klappe bleibt stehen, die zweite schliesst den Zug ab, danach wartet das Brett auf den Wurf.
- 1+10 = 11 bei plus und minus fällt ohne Bestätigung.
- Vier Gegenproben auf
kann_groesser_werden— darunter der Fall, dass 11 ohne die 10 noch anders erreichbar ist.
Verworfen: „gültig → fallen“. Eine Zeile, sofort verständlich, und sie hätte den Fehler vom Vortag zurückgebracht, ohne dass ein Test es gemerkt hätte — denn die Regel ist ja richtig, in 99 % der Fälle. Was fehlt, ist die Frage, ob die Auswahl noch wachsen kann. Eine Bedingung, die nur in einer optionalen Spielvariante greift, ist der leichteste Kandidat für „das brauchen wir nicht“ — und der teuerste, wenn man sich irrt.
Die Lehre ist keine über Godot und keine über Eingaben: eine Vereinfachung zieht ihre Kosten dort ein, wo vorher eine Ausnahme mitgetragen wurde. Der Bestätigungstipp war nicht nur eine Bestätigung — er war auch der Ort, an dem „das kann noch grösser werden“ stillschweigend berücksichtigt war. Wer ihn streicht, muss diesen Teil ausdrücklich hinschreiben.