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Pipfold

Null Impressionen bei acht von acht indexierten Seiten

· landing · auffindbarkeit

Die Frage war einfach: Warum bekommt pipfold.com in der Google Search Console null Impressionen und null Klicks?

Die Antwort war es nicht, aber sie ist in fünf Minuten messbar — wenn man weiss, welche zwei Zahlen man nebeneinanderlegen muss.

Zuerst: ist es überhaupt Technik?

pnpm nachfrage pipfold.com 90
  → 0 Impressionen · 0 Klicks · 0 Tage mit Daten in 88 Tagen

sichtbarkeit-messen.mjs --stichprobe=8
  → 8 × „Gesendet und indexiert"

site:pipfold.com
  → alle fünf Sprachen, Anleitung, Manual, Devlog

Damit ist der ganze naheliegende Verdacht erledigt. Robots, Sitemap, hreflang, Canonical, Ladezeit — alles davon wäre eine Erklärung für nicht indexiert. Für indexiert und trotzdem null ist es keine.

Indexiert und null heisst: die Seite rankt für nichts, wonach jemand sucht. Wer an dieser Stelle anfängt, Technik zu prüfen, verliert einen Tag.

Ursache eins löst sich von allein

Die Domain ist am 14. August gekauft worden. Am Tag der Messung war sie neun Tage alt. Null in einem Neunzig-Tage-Fenster ist bei neun Tagen Existenz keine Diagnose, sondern Arithmetik.

Dass acht von acht Seiten bereits indexiert waren, ist für neun Tage sogar schnell.

Ursache zwei löst sich nicht von allein

Die Seite benannte ihren eigenen Gegenstand nicht.

„Shut the Box“ stand im gesamten HTML der Startseite zweimal — einmal im <title>, einmal in og:title. Im sichtbaren Text: keinmal. Die H1 lautete „Neun Klappen, zwei Würfel.“

Das ist eine schöne Zeile. Sie ist auch ein Wort, nach dem niemand sucht. Und der Markenname, der stattdessen vorn stand, ist erfunden — pipfold hat per Konstruktion null Suchvolumen, das war beim Umbenennen sogar das Auswahlkriterium.

Die teuerste Zeile stand in der robots.txt

# Die Spielseite selbst ist ein leeres Canvas mit 14 MB Anhang — sie gehoert
# nicht in den Index, die Landing schon.
Disallow: /spielen/

Diese Begründung war einmal richtig. Sie galt für die 5,8-KB-Godot-Hülle von damals, in der kein Satz Text stand.

Nachgemessen am 23. August:

curl -s https://pipfold.com/spielen/ | wc -c   →  43068

43 KB, mit <title>, Description, Ladetext und 27-mal dem Wort „mana“. Die Begründung war abgelaufen, die Sperre nicht.

Und sie kostete genau die stärkste Suchabsicht. „shut the box online spielen“ will eine Seite, die spielt, nicht eine, die beschreibt — und die einzige Seite, die spielt, durfte nicht in den Index.

Das ist die unangenehmste Sorte Altlast: ein Kommentar, der die Entscheidung sauber begründet, und der genau deshalb nie wieder geprüft wird. Wer ihn liest, findet ihn überzeugend. Er beschreibt nur einen Zustand, den es nicht mehr gibt.

Die Nachfrage ist aufgeteilt, eine Seite fängt sie nicht

Vor jeder Empfehlung stand die Pflicht, die echte Trefferliste anzusehen. Ergebnis für die drei stärksten Anfragen, deutsch und englisch:

Anfrage KI-Übersicht? Wer steht oben
shut the box online spielen nein shutthebox.fun, playonlinedicegames.com, spiele-kostenlos-online.de
shut the box regeln nein Wikipedia, dann ein Familien-Blog und drei Hersteller-PDFs
play shut the box online free nein dieselbe Sorte dünner Browserspiel-Seiten

Keine KI-Übersicht über den Webergebnissen — die Frage wird also nicht oberhalb aller Treffer weggenommen. Und der Wettbewerb ist dünn.

Interessanter als die Trefferliste war die „Weitere Fragen“-Box. Sie nennt die Arbeitsliste wörtlich:

Regeln 2 Spieler · Regeln 4 Spieler · 10 Regeln · 12 Regeln · Regeln Pasch · Anleitung PDF · Shut the Box Deutsch

Sieben Fragen, alle beantwortbar — und alle bis dahin zusammengefaltet in einer Seite namens „Anleitung, Fragen, Herkunft“. Diese Überschrift nennt weder das Spiel noch die Spielerzahl noch die Klappenzahl. Sie fängt keine einzige davon ab.

Was gebaut wurde

Drei eigene Seiten, je auf Deutsch und Englisch: /regeln mit einer komplett durchgespielten Runde, /varianten mit 1–9 / 1–10 / 1–12, /zu-mehreren mit zwei bis vier Spielern und dem Turnier.

Dazu die Startseiten mit dem gesuchten Begriff vorn und dem Markennamen hinten, und zum ersten Mal überhaupt strukturierte Daten — vorher trug keine Seite dieser Fläche ein ld+json.

Verworfen: die drei Abschnitte in der Anleitung stehen lassen und zusätzlich Seiten daraus bauen. Das wäre der bequeme Weg gewesen: nichts kaputtmachen, nur ergänzen. Zwei Seiten mit denselben fünf Regeln ranken aber nicht doppelt — sie ranken gegeneinander. Die Abschnitte sind ausgezogen, nicht kopiert. Die Anleitung behält, wonach niemand sucht und was trotzdem jemand braucht: Steuerung, Grenzen, Signatur, Herkunft.

Und ebenfalls verworfen: zwanzig Türseiten. „shut the box regeln 3 spieler“, „… 4 spieler“, je eine eigene Adresse — die Nachfrage gäbe das formal her. Drei Seiten mit eigenem Inhalt sind besser als zwanzig, die einander abschreiben, und der Unterschied entscheidet, ob am Ende alle drei ranken oder keine.

Und eine Sperre, die niemand geöffnet hatte

Zum Schluss ein Fund, der nichts mit Zuschnitt zu tun hat: Die Sitemap lag korrekt unter /sitemap.xml, robots.txt verwies darauf — aber sie war in der Search Console nie eingereicht. sitemaps.list antwortete mit {}.

Einreichen ging nicht: unser Token trägt nur webmasters.readonly, sitemaps.submit antwortet mit 403 ACCESS_TOKEN_SCOPE_INSUFFICIENT. Das ist ein Klick in der Oberfläche, den ein Mensch machen muss.


Die Lehre ist keine über SEO. Sie lautet: ein Kommentar, der eine Entscheidung begründet, altert schlechter als die Entscheidung selbst. Die robots.txt hat vier Wochen lang jeden überzeugt, der sie gelesen hat — weil sie gut begründet war und weil niemand die Zahl darin nachgemessen hat.

Zwei Sekunden curl … | wc -c hätten gereicht.

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